BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Linkenheim-Hochstetten

12 KURZE LEKTIONEN ÜBER DIE EU-LANDWIRTSCHAFT

Der AGRAR-ATLAS 2019 ist ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique.

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Durch die EU-AGRARPOLITIK fließen jährlich fast 60 Milliarden Euro

in die europäische Landwirtschaft. Das sind 114 EURO pro EU-Bürger und EU-Bürgerin im Jahr.

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Die Landwirtschaft ist eng verwoben mit dem SCHUTZ von Insekten und Vögeln,

sauberem Wasser und gesunden Lebensmitteln. Das GELD der EU fließt KAUM in diese Bereiche.

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Die nächste siebenjährige Förderperiode der EU beginnt IM JAHR 2021.

Die Verhandlungen über Reformen sind in vollem Gange.

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Die EU-Agrarpolitik besteht aus ZWEI SÄULEN. Mit der

ersten werden vor allem pauschale Flächenprämien gezahlt,

mit der zweiten die ländliche Entwicklung, Ökolandbau und Umweltmaßnahmen unterstützt.

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70 Prozent der EU-Gelder werden pro Hektar ohne weitreichende Auflagen ausgegeben.

Wer VIEL LAND bewirtschaftet, bekommt VIEL GELD.

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LÄNDLICHE RÄUME sind mehr als Landwirtschaft. Auch sie werden aus dem Agrarbudget gefördert.

Diese Förderung ist MIT DEUTLICH WENIGER GELD ausgestattet als die erste Säule.

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Die EU hat sich zu internationalen Zielen für den KLIMASCHUTZ und die BIODIVERSITÄT sowie zur GLOBALEN GERECHTIGKEIT verpflichtet. Ihre Agrarpolitik hat sie darauf noch nicht ausgerichtet. Ohne weitreichende Reformen wird die EU die internationalen ZIELE VERFEHLEN.

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TIERWOHL ist den EU-Bürgerinnen und -Bürgern sehr wichtig. Dennoch werden die Gelder der EU-Agrarpolitik kaum genutzt, um die TIERHALTUNG in diesem Sinne zu VERBESSERN.

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In der EU haben zwischen 2003 und 2013 über ein Viertel aller BAUERNHÖFE aufgegeben. Ihre Flächen übernahmen andere. Heute bewirtschaften 3,1 Prozent aller Betriebe mehr als die HÄLFTE DES AGRARLANDES.

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Auch in Deutschland geben jedes Jahr viele Betriebe auf. GROSSE BETRIEBE wachsen am schnellsten. Mehr als 75 Prozent der Deutschen findet diese Entwicklung BESORGNISERREGEND.

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Die EU-Agrarpolitik HILFT beim Kampf gegen die POLITISCHE EROSION der Europäischen Union. Sie ist besonders in ländlichen Regionen wichtig, in denen die UNZUFRIEDENHEIT MIT DER EU groß ist.

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Damit die GEMEINSAME AGRARPOLITIK (GAP) der EU gesellschaftlich akzeptiert wird, muss sie Umwelt und Klima SCHÜTZEN, die Artenvielfalt ERHALTEN, das Tierwohl VERBESSERN und kleine und mittlere Betriebe FÖRDERN.